Sonderformen der Bürgschaft


Von besonderen Erscheinungsformen der Bürgschaft kann man mit Blick auf die Mitbürgschaft, die Nachbürgschaft und die Rückbürgschaft sprechen. Eine eigene gesetzliche Bestimmung gibt es nur für die Mitbürgschaft (§ 769 BGB). Für die anderen besonderen Erscheinungsformen gilt das normale Bürgschaftsrecht. Man muß nur genau aufpassen, welches eigentlich die durch die Bürgschaft gesicherte Forderung ist.

Die Mitbürgschaft

Die Mitbürgschaft sichert die Hauptforderung als zusätzliche Bürgschaft:

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Für diese Form der Bürgschaft bestimmt § 769 BGB die Gesamtschuldhaftung von B1 und B2, auch wenn B1 und B2 nichts von der Bürgenstellung des jeweils anderen gewußt haben.

Die Nachbürgschaft

Die Nachbürgschaft sieht im Bild der Mitbürgschaft ganz ähnlich:

Und doch ergibt sich ein entscheidender Unterschied. Während die Mitbürgschaft die Hauptforderung des G gegen S sichert, sichert die Nachbürgschaft die Bürgschaftsforderung des G gegen B. Dieser Bezug ist gerade im Hinblick auf die Verteidigungsmöglichkeiten im Auge zu behalten. Verteidigungsmöglichkeiten des Nachbürgen aus dem Recht des Schuldners sind Verteidigungsmöglichkeiten aus dem Recht des Hauptbürgen. Die Verteidigungsmöglichkeiten des Hauptbürgen aus dem Recht des Hauptschuldners kommen dem Nachbürgen nur mittelbar zugute.

Die Rückbürgschaft

Die Rückbürgschaft ist ein Vertrag des Bürgen der Hauptschuld mit einem Bürgen zur Sicherung des Rückforderungsanspruchs, der dem Bürgen der Hauptschuld für den Fall seiner Leistung an den Gläubiger zusteht: ein klassischer Fall einer Bürgschaft für eine noch nicht bestehende Forderung:

Es verbürgt sich R dem B gegenüber für die Begleichung der eventuell entstehenden Ausgleichsforderung des B gegen S.


Letzte Bearbeitung dieser Seite am Wednesday, 19. June 2002.